Was macht eigentlich ein Redakteur für ein Erotik-Magazin?

Die einen schreiben über Autos, die anderen über IT. Wieder andere über Sport oder Politik. Yvonne schreibt für das Online-Magazin von JOYclub und auf dem Blogazine „ohja!“ über Liebe, Lust und Sex. Hier gibt sie uns einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.


Ein Job wie jeder andere auch. Mal abgesehen vom Thema.

SONY DSC Klar, man zieht erst mal jede Menge Aufmerksamkeit auf sich, wenn man zum ersten Mal von seinem Beruf erzählt. Häufig begegnen einem aber auch zwei Vorurteilen: „Dafür muss man studieren!?“ und „Testet ihr die Sextoys selbst?“.

Dabei zerstört man meist ein kleines Weltbild, wenn man Frage 1 mit „ja“ und Frage 2 mit „nein“ beantwortet und ausführt, dass man in einem luftigen Büro mit Grünpflanzen sitzt und nicht in einem muffigen Kellerloch mit Andreaskreuz. Und dass sich der Job – mal abgesehen vom Thema – handwerklich nicht sonderlich von denen anderer Online-Redakteure unterscheidet.

 

Wir testen Sextoys nicht selbst. Die Arbeit macht trotzdem Spaß.

Unser Arbeitsalltag in der Redaktion umfasst in erster Linie den klassischen Dreiteiler der Redaktionsarbeit: Recherchieren – Texten und Layouten – Redigieren. Der thematische Schwerpunkt liegt dabei auf allem, was das Sex- und Liebesleben noch schöner macht: Sex-Tipps und -Tricks, Stellungen, Techniken und Sextoy-Testberichte. Und nein: Die testen wir nicht selbst. Diese Aufgabe übernehmen mit großer Freude die Mitglieder unserer Community.

Texten, planen, meeten. Langweilig wird’s nie.

SONY DSC Die reine Texterstellung ist nicht der einzige Punkt auf unserer To-Do-Liste. Man schaut natürlich auch ständig, was sich branchen- und jobbezogen im schnelllebigen Web gerade so tut. Zum Texten selbst kommen eine ganze Menge anderer Aufgaben hinzu. Dazu gehören etwa Bildredaktion, Redaktionsplanung, Mediengestaltung, Onpage-SEO, Social Media Marketing, Erfolgskontrolle und der regelmäßige Austausch über Projekte und Planungsprozesse mit den Redaktionskollegen und anderen Teams.

Parallel dazu behalten wir alle möglichen News- und Infoquellen im Auge, um genau zu wissen: Welche Sex- und Erotik-Themen werden gerade in den Medien diskutiert? Wonach suchen die Leute derzeit bzw. welches Thema könnte klickstark sein? Wie bereiten wir dieses Thema für den Artikel und die sozialen Medien so auf, dass die Leser immer wieder gern den Weg zu uns finden?

Dafür muss man studieren?! Warum eigentlich?

Büro AlltagDie Einstellungsvoraussetzung für Online-Redakteure ist in der Regel ein abgeschlossenes Studium mit kommunikations- bzw. medienwissenschaftlicher Ausrichtung und/oder ein Volontariat. Das hat zunächst einmal einen ganz einfachen Grund: „Was mit Medien zu machen“ ist nach wie vor eine heiß begehrte Jobperspektive für junge Leute.

Dabei ist es meist gar nicht so ausschlaggebend, was genau man im Studium gemacht hat. Wichtig ist, mit welchem Know-How man sich einbringen kann. Und: Dass man für das Themenumfeld, für das man schreibt, brennt und keine Berührungsängste hat.

Der Beruf des Erotik-Online-Redakteurs ist also gar nicht so skurril, wie viele denken. Trotzdem macht es hin und wieder auch Spaß, auf Partys für große Augen und sensationelle Gesprächsthemen zu sorgen.