Onboarding bei F&P

„Tränen. In Strömen. Totaler Kontrollverlust. Auf Arbeit. Am Ende meiner ersten Woche bei F&P.“ Mit diesen Worten hat sich Content Manager Alex unfreiwillig für den Blogpost über unseren Onboarding-Prozess beworben. Spoiler: Er kam am Montag darauf erneut zur Arbeit.


Was ist Onboarding?
Onboarding bezeichnet den Prozess der begleitenden Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen. Ziel ist es, die Neuen mit der Unternehmenskultur und den Anforderungen, den Abläufen und Strukturen des neuen Arbeitsumfeldes vertraut zu machen und somit die Integration zu erleichtern. Onboarding schafft so zum einen eine grundsätzliche Orientierung, formuliert zum anderen klare Erwartungen an neue MitarbeiterInnen. Unerlässlich ist die Einführung in die sachgemäße Benutzung von Duftspray.

Onboarding-Stufe 1: Unter neuen Kollegen das Eis brechen

Ich sitze am Mittagstisch im Büro. Tränen triefen auf meinen Nudelsalat. Neben mir und mir gegenüber vier Kollegen aus dem Mobile-Team. Ich bin mir sicher, dass mich das Quartett gerade für einen labilen Quartalsirren hält. Das Wunderbare: Es ist mir in dieser Situation vollkommen egal. Eine Kollegin treibt es aus einem der Zimmer, um zu schauen, was da am Mittagstisch vor sich geht. Sie blickt in mein salziges und kritisch gerötetes Gesicht und schüttelt befremdet den Kopf.

Mein brachial-hysterischer Lachanfall ebbt leicht ab und brandet, nachdem die Kollegin sich wieder auf ihr Zimmer verzogen hat, dann umso heftiger wieder auf. Und all das wegen eines Videos, das mir der Mobile-Teamleiter auf seinem klugen Telefon ins Sichtfeld gedrückt hat. Darin macht ein Roboterarm mechanisch-manisch eine Jungsbewegung. Der Leser merkt: Ich bin einfach gestrickt. Das kann ein Segen sein, hat mich meine Mutter immer beruhigt. Jetzt entdecke ich erstmals die Vorteile. Denn ein wenig lüftet sich in meinem tränenreichen Ausbruch auch die Anspannung nach meiner ersten Woche bei F&P.

Onboarding-Stufe 2: Teamleiter und Sportbeauftragte – Rollenverteilungen kennenlernen

War die so schlimm? Nein. Aber sie wartete mit einer Menge Neuem auf. Damit Frischlinge sich zurechtfinden, gibt es ein Onboarding. Diese Arbeitsbegleitung führt in grundsätzliche Fragen ein: Was ist das hier für ein Verein? Ist das strafbar? Wie sind die Arbeitsabläufe? Was macht ein Sportbeauftragter? Wer will im Mai mit nach Mallorca zum Firmenjubiläum? Ist der Chef ein Choleriker? Warum bezahlt uns F&P das Mittagessen und alle Getränke? Darf ich Kollegen unter dem Tisch die Schnürsenkel zusammenbinden? Ist es nachts kälter als draußen? Wird hier eine neu- oder alttestamentarische Arbeitsmentalität gepredigt und gelebt? Nach welchem Anwalt verlange ich, sollte es mal ernst werden? Sind schweigsame Kollegen prinzipiell Serienmörder? Warum stehen Kartons voller Erwachsenenspielzeug im Eingangsbereich? Bündiges Fazit: Die erste Regel von F&P lautet – You do not talk about F&P.

Onboarding-Stufe 3: Neue Kulturen entdecken

Verantwortlich für das Onboarding für mich und zwei weitere Neulinge ist eine schnucklig bebrillte Kollegin mit Rehaugen, die mich an einen fokussierten Minion erinnert. Nur kleiner. Sie geleitet uns mit zielführendem Humor durch alle Fallstricke, die das Arbeitsumfeld mit sich bringt. Ich darf mich bei F&P übrigens als Content Manager austoben. Um die Community und ihre Regeln kennenzulernen, bekommen wir weitere Einführungen von Support, Marketing und natürlich Content und Community Management.

Ein integraler Bestandteil des Onboardings ist der Besuch des zweiten Standorts in Selbitz. Damit man den Stimmen, mit denen man sich telefonisch niedergebrüllt hat, auch ein Gesicht zuordnen kann, gehen wir von Team zu Team, stellen uns vor, werden in die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte eingeführt und kleben uns Sticker-Avatare eines jeden Mitarbeiters ins F&P-Poesiealbum. Ich mache mir Notizen und erweitere meine Liste der Kollegen, die ich gerne mal niederbrüllen möchte. Eine rundum schöne Landpartie!

Täuschend echt: Vorlage (links) und Avatar (rechts) sind mit bloßem Auge kaum noch voneinander zu unterscheiden.

Onboarding-Stufe 4: Einen Arbeitsunfall inszenieren

Mein erinnerungswürdigstes Erlebnis der ersten Wochen? Nach Benutzung der Toilette halte ich den Raumspray falsch herum. Statt in den Raum sprühe ich mir eine satte Salve süßlichen Lavendelodeur ins Gesicht. Für sieben Sekunden bin ich der festen Überzeugung, erblindet zu sein. Nur eine der Situationen, in denen ich mich wundere, dass a.) F&P mich überhaupt genommen haben und dass b.) ich 34 Jahre alt geworden bin, ohne dass der Darwinismus mich schlafen gelegt hat. Zum Glück ist zu diesem Zeitpunkt schon ein Level erreicht, auf dem meine Bürokollegen nichts mehr wirklich irritiert. Weder meine Karohemden noch meine beigefarbenen Hosen. Und schon gar keine schnittfeste Lavendelwolke im Zimmer.

So lehrreich das Onboarding war, blicke ich auf der Suche nach einem Schlüsselmoment dieses Kennenlern- und Integrationsprozesses zurück, so komme ich auf jenen Freitags-Lachanfall. Da lache ich mich in zuckendem Tremor vor Kollegen halb ins Koma, kündige für eine kurze Zeit mein Verhältnis zu jedem Maß auf – und sie sprechen noch heute mit mir! Das alles vor einem spendierten Mittagessen in heimeliger Atmosphäre. Eine Last fiel ab und eine zarte Ahnung blühte. Das hier wird was. Wenn ich jetzt noch lerne, mit Raumspray umzugehen …