Law and Order bei F&P

Wie ergeht es eigentlich einem Paragraphenreiter bei F&P? Unser Legal Counsel Andreas lässt sein erstes Jahr Revue passieren. Ob sich seine Erwartungen erfüllt haben und inwiefern sich die F&P Kollegen von seinen bisherigen Kollegen unterscheiden, könnt ihr hier nachlesen.


Ständige Verfügbarkeiten. 50-Stunden-Wochen. Leblose Themen. Der Stempel als Paragraphenreiter. All das ist für mich passé, seit ich vor einem Jahr bei F&P als Syndikusrechtsanwalt angefangen habe.

Aus dem Alltag eines Anwalts: „Da grüßt niemand.“

Schauergeschichten über Beraterjobs gibt es viele. Beispielsweise: Alle Tage beginnen gleich. Jeder kommt morgens grußlos ins Büro, geht in sein Kabuff, schließt die Tür und verlässt es nur für einsame Mittagessen, Toilettengänge, Klientenkontakte oder sachlich gebrüllte Austausche mit Kollegen. Am Abend stauben alle wieder grußlos auseinander. Es gibt keine Begegnungspunkte, kein Gefühl der Verbundenheit, nur große Erwartungen seitens des Managements.

Nein, so schlimm war es nicht. Ich beispielsweise brülle nicht, ich drohe leise. Aber nach zehn Jahren als Rechtsanwalt reifte der Entschluss – auch wenn es abgedroschen klingt – eine neue Herausforderung zu suchen. Ein Kanzleiwechsel war keine Option, denn die klassische anwaltliche Tätigkeit hatte aus verschiedenen Gründen ihren Reiz verloren. Der Staatsdienst lockt zwar auch Vierziger noch mit attraktiven Angeboten, einen Behördenjob muss man allerdings mögen. Blieb noch eine unternehmensinterne Rechtsabteilung. Viel hat die Heldenstadt Leipzig da nicht zu bieten. Die größeren Unternehmen haben ihre Verwaltungen fast ausnahmslos im Westen und die mittelständischen Abteilungen, die ich als Anwalt kennengelernt hatte, versprühten bestenfalls einen 80er-Jahre-Charme. Und wenn vieles passte, ließen mir die Rechtsthemen meine liebsten Extremitäten einschlafen. Sich um nicht bezahlte Stromrechnungen kümmern zu müssen, ist einfach nichts für meine Juristenseele. Da wird das Gehalt schnell zum Schmerzensgeld.

Das erste Kennenlernen bei F&P: zunächst als externer Berater 

So blieb zunächst alles beim Alten – bis ich F&P kennenlernte. Zu Beginn war ich lediglich bei ausgewählten rechtlichen Fragestellungen zu Rate gezogen worden. Schon da hatte ich gemerkt, dass vieles dabei ist, wofür ich brenne: Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, geistiges Eigentum. Herausfordernd, abwechslungsreich und immer nah an einem nicht alltäglichem Produkt: dem JOYclub.

Bald lernte ich die Menschen hinter F&P kennen. Bei meinem ersten Besuch im Büro empfingen mich durchweg freundliche Mitarbeiter und ich werde nie vergessen, wie ich den Besprechungsraum namens “Vorspiel” betrat und meine Füße in einem Hochflorteppich förmlich versanken. Wohnzimmer- und Wohlfühlatmosphäre. Dieses Unternehmen, so mein Eindruck damals, pflegt eine besondere Kultur. Und das lag nicht nur am gemeinsamen Mittagessen, sondern an dem lockeren, wertschätzenden und humorvollen Umgang untereinander.

Und dann erreichte mich eine Nachricht der Abteilung Human Relations: Man wolle die Stelle eines Inhouse-Juristen besetzen, ob ich da nicht jemanden kennen würde. War das nicht genau die Position, nach der ich gesucht hatte?

„Mein Umfeld war skeptisch“

Mein Umfeld war skeptisch. Alles, was die Zunft an Bedenken gegenüber Inhouse-Rechtsabteilungen aufbieten konnte, flog mir um die Ohren: Es wird wenig Anerkennung von Mitarbeitern und Geschäftsführung geben, bestenfalls wirst du als “Bedenkenträger” wahrgenommen, niemanden interessiert der mühsam erkämpfte akademische Titel und am Ende wirst du auch noch Gehaltseinbußen haben. Klang nicht so gut, aber ich hatte Feuer gefangen, bewarb mich und unterschrieb schon wenige Tage darauf den Arbeitsvertrag.

Fazit nach einem Jahr

Mittlerweile bin ich ein Jahr dabei. Es gibt flache Hierarchien, einen ausgeprägten Fokus auf Eigenverantwortlichkeit und einen respekt- und vertrauensvollen Umgang miteinander.

Das Schönste: Ich werde nicht als Bedenkenträger wahrgenommen, sondern als Problemlöser. Die operativen Teams sind froh über die kurzen Wege und den direkten Draht in die Rechtsabteilung und greifen gerne darauf zurück. Ich werde frühzeitig eingebunden, kann gestalten und begleiten. Wissenschaftliche Gutachten sind genauso wenig gefragt, wie billable hours. Es geht um Ergebnisse, oft auch um pragmatische Lösungen. Genau das bietet Raum für Kreativität und gibt Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. Der Job ist spannend, abwechslungsreich und auch herausfordernd, ohne dabei stressig zu sein. (Fast) freie Zeiteinteilung und mobiles Arbeiten sind obendrein nicht zu unterschätzende Benefits. Work und Life sind ausbalanciert wie noch nie.

Und die KollegInnen: eine Schar grußwütiger Sympathen!

 

Andreas, Legal Counsel